Ich habe drei Tage in eine Automatisierung gesteckt, die mir am Ende vielleicht zehn Minuten pro Woche sparte. Gleichzeitig fraß mich ein anderes Problem täglich auf, das ich monatelang ignoriert hatte.
Klassischer Fehler: Ich automatisierte, was technisch reizvoll war, nicht was wirklich wehtat.
Damit dir das nicht passiert, hier die Reihenfolge, die ich mir inzwischen aufgezwungen habe.
Schritt 1: Eine Woche lang Zeitfresser notieren. Nicht raten. Jedes Mal, wenn dich eine Aufgabe nervt oder länger dauert als gefühlt nötig, eine Zeile aufschreiben. Am Ende der Woche hast du eine ehrliche Liste statt eines Bauchgefühls.
Schritt 2: Pro Aufgabe zwei Zahlen schätzen. Wie oft pro Woche, wie lange jeweils. Eine Aufgabe, die fünfmal täglich zehn Minuten kostet, ist Gold wert. Eine, die einmal im Monat eine halbe Stunde braucht, ist es selten.
Schritt 3: Multipliziere und sortiere. Jetzt siehst du schwarz auf weiß, wo die echte Zeit verschwindet. Bei mir war es nicht die spannende Sache, sondern das stupide Sortieren von Anfragen-Mails.
Schritt 4: Erst das oberste Problem automatisieren. Nur eins. Ganz fertig. Dann das nächste.
Schritt 5: Nach zwei Wochen messen, ob es wirklich Zeit gespart hat. Wenn nicht, ehrlich zurückbauen.
Der Punkt ist nicht, dass Automatisierung schlecht ist. Sie ist mächtig. Aber sie verstärkt deine Reihenfolge. Automatisierst du das falsche Problem, wirst du nur schneller am Ziel vorbei.
Mein teurer Fehler hat mir eine billige Regel gebracht: erst messen, dann automatisieren. Nie umgekehrt.


