Iterieren statt neu prompten: Die Lektion, die meine KI-Arbeit verändert hat

Ein Fehler, den ich monatelang gemacht habe: Wenn die KI mir etwas Mittelmäßiges lieferte, löschte ich alles und schrieb einen komplett neuen Prompt. Wieder und wieder. Ich dachte, ein besserer Anlauf bringt das bessere Ergebnis. Und ich wunderte mich, warum ich nach zehn Versuchen genauso unzufrieden war wie nach dem ersten.

Dann beobachtete ich einen Bekannten beim Arbeiten. Er bekam denselben mittelmäßigen Entwurf, löschte aber nichts. Er schrieb: „Gut, aber der zweite Absatz ist zu allgemein. Mach ihn konkreter mit einem Beispiel.“ Dann: „Der Ton ist zu förmlich, lockerer.“ Dann: „Kürz die Einleitung um die Hälfte.“

Nach drei kurzen Korrekturen hatte er, was ich nach zehn Komplettversuchen nicht hatte. Das war die Lektion: Die KI ist kein Glücksautomat, bei dem du den Hebel ziehst und hoffst. Sie ist ein Gegenüber, mit dem du verfeinerst.

Wer alles neu prompted, wirft jedes Mal den Kontext weg. Die KI hatte schon verstanden, worum es geht, und du löschst dieses Verständnis. Beim Iterieren baust du darauf auf. Jede Runde wird besser, nicht zufälliger.

Seitdem arbeite ich anders. Erster Entwurf, dann gezielt nachschärfen: dieser Absatz, dieser Ton, diese Länge. Konkret sagen, was nicht passt, statt zu hoffen, dass der nächste Wurf zufällig sitzt.

Ich gebe ehrlich zu, das hat mich vermutlich hundert vergeudete Stunden gekostet, bevor der Groschen fiel. Aber genau deshalb teile ich es: Damit du dir diese Stunden sparst.

Wie oft fängst du bei der KI komplett neu an, statt nachzubessern?


Beitragsbild

Das könnte Ihnen auch gefallen …

Beliebte Artikel...