Mein teuerster KI-Fehler hatte keinen Kassenbon. Er stand auf keiner Rechnung. Er kostete mich sechs Wochen Arbeit, zwei verlorene Kundenanfragen und eine Menge Nerven. Und das Bittere: Die KI funktionierte einwandfrei. Ich hatte sie nur auf einen Prozess losgelassen, der schon kaputt war.
Hier der Ablauf, Schritt für Schritt, damit du dir die sechs Wochen sparst.
Schritt 1: Ich nahm meinen Anfrage-Workflow, wie er war. Neue Mail rein, ich antworte irgendwann, irgendwo eine Notiz, vielleicht ein Angebot. Halb im Postfach, halb im Kopf. Genau diesen Wildwuchs habe ich der KI zum Automatisieren gegeben.
Schritt 2: Die KI machte das Chaos schneller. Antworten gingen jetzt automatisch raus, aber an die falschen Leute, mit den falschen Bausteinen. Ein Interessent bekam ein Angebot für etwas, das er nie gefragt hatte. Tempo auf einer Strasse mit Schlaglöchern bringt dich nicht ans Ziel, es zerlegt nur die Achse.
Schritt 3: Ich flickte an der Automatisierung herum, statt am Prozess. Jede Woche eine neue Regel, ein neuer Sonderfall. Nach einem Monat war das Konstrukt so verbaut, dass ich es selbst nicht mehr verstand.
Schritt 4: Ich riss alles ab. Und tat das, was am Anfang gehört haette: Ich zeichnete den Anfrage-Weg einmal sauber auf Papier. Vier Stationen, klare Regel pro Station. Erst danach habe ich automatisiert, eine Station nach der anderen.
Was ich heute anders mache: Bevor eine KI einen Ablauf anfasst, muss ich ihn von Hand fehlerfrei durchspielen können. Wenn ich den Weg nicht auf eine Serviette malen kann, ist er nicht reif für Automatisierung. Die KI ist ein Verstaerker. Sie macht einen guten Prozess gut und einen schlechten schlimm.
Raeum erst auf. Dann automatisiere. In dieser Reihenfolge.


