Klartext: Bestandskunden sind dein bester Markt – nicht die Kaltakquise

Die meisten Selbstständigen jagen Fremde, während ihre besten Kunden ungenutzt in der Kontaktliste sitzen. Das ist teuer, anstrengend und meistens unnötig.

Klartext: Wer dir schon einmal Geld gegeben hat, vertraut dir. Diese Person muss nicht mehr überzeugt werden, dass du existierst, dass du lieferst, dass du dein Geld wert bist. Den ganzen mühsamen Vertrauensaufbau, für den du bei Kaltkontakten Wochen brauchst, hast du hier schon hinter dir. Trotzdem investieren viele 80 Prozent ihrer Energie in Menschen, die noch nie von ihnen gehört haben.

Ich verstehe den Reiz. Neue Kunden fühlen sich nach Wachstum an. Bestandskunden fühlen sich nach Routine an. Aber Wachstum ist nicht dasselbe wie Anstrengung. Der bequemste Umsatz deines Jahres liegt in den Rechnungen, die du letztes Jahr schon geschrieben hast.

Wo KI hier wirklich hilft: nicht beim Kaltakquise-Massenversand, sondern beim systematischen Kümmern um die, die schon da sind. Lass dir aus deinen abgeschlossenen Projekten die Kunden zusammenstellen, bei denen ein Folgeangebot logisch wäre. Lass dir den letzten Kontakt zusammenfassen, damit deine Nachricht persönlich klingt und nicht nach Serienbrief. Lass dir vorschlagen, welche deiner Leistungen zum nächsten Schritt dieses Kunden passt.

Ein kleines Geständnis: Ich habe das selbst jahrelang falsch gewichtet. Ich fand Nachfassen bei alten Kunden fast peinlich, als würde ich betteln. Dabei war es das Gegenteil. Die meisten waren froh, dass ich mich gemeldet habe. Mehrere hatten ein Problem, das ich hätte lösen können, und wussten nur nicht, dass ich das auch anbiete.

Kaltakquise hat ihren Platz. Aber bevor du den nächsten Fremden anschreibst: Geh durch deine Bestandskunden. Da liegt dein bester Markt. Du hast ihn nur noch nicht aufgeräumt.


Beitragsbild

Das könnte Ihnen auch gefallen …

Beliebte Artikel...